Elektronische Musik jeder Stilrichtung gibt es bei den „Nuits sonores“ im französischen Lyon zu hören. Auf dem Festival locken DJs und Musikgruppen aus aller Welt Musikfans aller Generationen an.

Euronews-Reporter Wolfgang Spindler: „Elektromusik gibt es seit Ende der Siebziger Jahre – Bei den „Nuits sonores“ spielten Pioniere dieser Stilrichtung D.A.F. die Deutsch Amerikanische Freundschaft und mir ist aufgefallen, dass man bei diesem Festival begriffen hat, dass Musik nicht nur Männersache ist. Hier stehen viele Frauen am Plattenteller und auf der Bühne – schauen wir mal rein.“

Die „Deutsch Amerikanische Freundschaft“, eine Band aus Düsseldorf, hat die Elektromusik der Achtziger Jahre geprägt:

„Die Rockmusik wurde mehr oder weniger abgelöst durch diese neue Bewegungen Punk und elektronische Musik – und da waren die Leute schon sehr interessiert und wollten auch unbedingt etwas Neues hören“, meint Bandmitglied Robert Görl. Sein Bandkollege Gabi Delgado-López ergänz: „Wir kamen aus der Punkszene, wollten die Energie aber nutzen und sie kombinieren mit neuen Instrumenten – eben mit elektronischer Musik. So haben wir quasi den Elektropunk kreiert, den es vorher so nicht gab.“

Geschlechtergleichstellung war kein Thema bei den „Nuits sonores“: Vier Kuratoren wählten die Künstler aus, darunter viele erstklassige Künstlerinnen. Festivalleiter Pierre-Marie Ouillon:

„In der Tat ist es den Kuratoren gelungen, ein geschlechterausgewogenes Programm zu planen, was auch zeigt, dass sich die Gesellschaft und die Underground-Akteure verändern – es gibt immer mehr Musikerinnen – und heute sind wir stolz darauf, sagen zu können: ‚Ja bei uns spielen gleich viel Männer wie Frauen‘.“

Die aus dem Iran stammende und in San Francisco lebende DJane Mozhgan Shariat spielt ihre Elektromusik auf vielen internationalen Festivals, aber nicht in ihrem Heimatland. Dort ist Elektromusik verboten:

„Als ich dort Freunde besuchte, wollten sie mir einen Auftritt bei einer Undergroundparty organisieren, aber ich wollte das Risiko nicht eingehen, ich glaube nicht, dass ich das, was ich hier tue, dort ohne Gefahr spielen kann.“

Die französische Musikerin Tiphaine Belin ist bekannt unter ihrem Künstlernamen „Tryphéme“:

„Ich mag es, endlos mit meinem Mischpult zu spielen, diese Klänge hypnotisieren mich, für mich ist es eine Art Therapie, es tut mir gut. Ich spiele die Musik eigentlich aus sehr egoistischen Gründen, nur für mich selbst.“

Faty Sy Savanet von der französischen Afropunkgruppe „Tshegué“ erklärt: „Unsere Musik basiert auf den Percussions – das ist etwas Grundlegendes, dabei geht es um Gefühle, den Herzschlag – das Großartige bei den Schlaginstrumenten ist, dass man es unterschiedlich erleben kann wie etwa bei Trance oder eben Techno – jeder kann mit unserer Musik auf seine eigene Traumreise gehen.“

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