Einen glorreichen Tag hat Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu den Montag genannt. Es war der Tag, an dem die US-Botschaft in Jerusalem eröffnet wurde. Es war auch der Tag, bei dem nach palästinensischen Angaben 60 Palästinenser durch israelische Soldaten ihr Leben verloren haben. Einige internationale Reaktionen:

„Wir müssen aufklären, was gestern passiert ist, warum das Verschießen von so viel scharfer Munition gerechtfertigt wird“, zeigte sich Karen Pierce, Großbritanniens Botschafterin bei den Vereinten Nationen besorgt. „Das Recht auf friedlichen Protest kann den Palästinensern nicht genommen werden. Gleichzeitig sind wir zutiefst besorgt, dass die friedlichen Proteste in Gaza von Extremisten missbraucht werden.“

In den USA sieht man das anders. Dort wird auf die Ausschreitungen und Provokationen von palästinensischer Seite verwiesen – und einmal mehr auf den Iran.

„In den vergangenen Tagen haben Terroristen der Hamas mit Unterstützung des Iran zu Angriffen auf Israels Sicherheitskräfte und Einrichtungen aufgerufen“, so UN-Botschafterin Nikki Haley. Das verbindende Element dabei ist das destabilisierende Vorgehen des iranischen Regimes, das weiterhin im Nahen Osten Gewalt schürt, während es die eigenen Bürger ihrer Menschenrechte beraubt.“ Keines der anwesenden Länder würde sich in solch einer Lage mehr zurückhalten als Israel, so Haley.

Auch die deutsche Bundesregierung zeigte Verständnis für Israels Sicherheitsbelange, forderte aber eine unabhängige Untersuchung der Geschehnisse vom Montag. Schärfere Töne kamen aus Frankreich: „Der Sicherheitsrat muss seine Stimme erheben und die Eskalation aufhalten“, so Frankreichs Abgesandter François Delattre bei den Vereinten Nationen. „Dass der Sicherheitsrat seit Beginn der Krise schweigt, wird immer unverständlicher. Seit gestern wird es zu einem gefährlichen Vakuum.“

Das türkische Außenministerium forderte am Dienstag Israels Botschafter nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu auf, „für einige Zeit“ das Land zu verlassen. Die türkischen Botschafter in Israel und Washington wurden zurückberufen. Israel forderte seinerseits den türkischen Konsul in Jerusalem auf, das Land für „einige Zeit“ zu verlassen. Südafrika zog seinen Botschafter aus Israel ab, Belgien bestellte die israelische Botschafterin für Mittwoch ins Außenministerium in Brüssel ein, auch in Irland wurde der israelische Botschafter einbestellt. Die Palästinenserführung in Ramallah teilte am Dienstagabend mit, man habe den palästinensischen Repräsentanten aus Washington abberufen.

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