Der wegen des Dieselskandals Verdacht stehende Audi-Chef Rupert Stadler ist vorübergehend festgenommen worden und sitzt in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft spricht von Verdunklungsgefahr. Der Verdacht gegen ihn: Betrug im Zusammenhang mit der Diesel-Affäre. Dabei geht es um den Vorwurf, dass Dieselfahrzeuge mit manipulierter Software auf den europäischen Markt gebracht wurden.

Der derzeitige Audi-Vertriebsvorstand Bram Schot soll nach Medienberichten („dpa“ laut Insidern) bei dem Autobauer vorläufig den Chefposten des verhafteten Rupert Stadler einnehmen. Der Audi-Aufsichtsrat müsse der Personalie noch formal zustimmen.

Das Amtsgericht München hatte Haftbefehl gegen den Audi-Chef erlassen. Verdunklungsgefahr führt die Justiz an, wenn sie befürchtet, dass Beweismittel vernichtet werden könnten oder jemand versucht, auf Zeugen einzuwirken.

Die Nachricht platzte unmittelbar vor einer regulären Aufsichtsratssitzung von Volkswagen in Wolfsburg, bei der der Dieselskandal Thema ist. Nach der Festnahme haben die Vorzugsaktien von Volkswagen deutlich nachgegeben. Mit einem Abschlag von 1,93 Prozent auf 157,93 Euro waren sie am Vormittag der größte Verlierer im Dax.

Stadler ist seit elf Jahren Audi-Chef und leitet im Volkswagen-Konzern die wichtige Premiumgruppe mit der Marke Audi an der Spitze. Die Zahl der Beschuldigten bei Audi ist laut Staatsanwaltschaft mittlerweile auf 20 gestiegen.

Die VW-Tochterfirma war bereits am vergangenen Montag für den jüngsten Höhepunkt im Dieselskandal des VW-Konzerns verantwortlich: Die Münchner Staatsanwaltschaft II leitete ein Verfahren gegen Stadler ein und durchsuchte seine Wohnung. Sie legt ihm und einem namentlich nicht genannten Audi-Vorstand «Betrug sowie mittelbare Falschbeurkundung» zur Last. Die beiden hätten Dieselautos mit manipulierter Abgasreinigung in Europa in den Verkehr gebracht.

su mit dpa, Reuters

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