Am Samstag öffnet sich ein Zeitfenster für den Start einer besonderen Mission. Nicht weiter hinaus in die Weiten des Weltalls will die NASA ihre Sonde „Parker“ schicken, sondern zu unserem wichtigsten Nachbarn: der Sonne. Die Mission ist trotzdem etwas Besonderes. Bis auf einen Abstand von rund 6,2 Millionen Kilometern wird sich Parker an die Sonnenoberfläche annähern. Klingt weit entfernt, es ist aber der erste menschengemachte Besuch in der Atmosphäre eines Sterns.

„Wenn man sich die Erde und die Sonne im Abstand von einem Meter vorstellt, nähern wir uns auf vier Zentimeter der Sonne an“, erklärt die Ingenieurin Betsy Congdon die Dimensionen im Weltraum. Sie hat den Hitzeschild mitentwickelt, der Parker schützen wird, ein fast 12 Zentimeter dicker Kohlenstoffpanzer, denn trotz des Abstandes von mehreren Millionen Kilometern von der Sonnenoberfläche muss die Sonde mehr als 1300 Grad überstehen. Die Sonne, wie auch andere Sterne, ist in höheren Atmosphärenschichten heißer als auf der Oberfläche.

Damit Parker die Sonne erreicht, muss die Sonde die Seitwärtsbewegung an der Sonne vorbei überwinden. Dabei hilft der Vorbeiflug an der Venus, deren Anziehungskraft Parker auf den rechten Weg bringt.

Die Forscher wollen die Sonne besser verstehen und damit Erkenntnisse über andere Sterne erlangen. Sie wollen die Sonnenwinde untersuchen, die sämtliche Regionen unseres Sonnensystems beeinflussen. Auch die Erdatmosphäre ist unter ihrem Einfluss: Sie sind Ursprung der Aurora, der wunderschönen Farbspiele in den Polarregionen unseres Planeten.

Bis 2025 soll Parker unterwegs sein. Die Mission wird dann eineinhalb Milliarden Dollar verschlungen haben. Nur drei Monate später startet eine europäische Mission zur Sonne. Die Wissenschaftler beider Unternehmungen wollen kooperieren, um die Rätsel unseres Heimatsterns zu entschlüsseln.

Namensgeber von Parker ist erstmals eine noch lebende Persönlichkeit. Der Astrophysiker Eugene Parker, heute 91 Jahre alt, prägte als erster den Begriff der Sonnenwinde. Parker freut sich auf die Mission, auf neue Erkenntnisse und Überraschungen. Die, sagt er, gibt es immer.

Mehr über die europäische Weltraumfahrt gibt es in euronews Space

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