Der britische Regisseur Keith Warner hat lange darauf gewartet, „Vanessa)“ zu inszenieren. Er hat eine persönliche Verbindung zu der Oper – denn er war mit dem italienischen Komponisten Gian Carlo Menotti befreundet. Der Lebensgefährte von Samuel Barber schrieb das Libretto für dieses Meisterwerk.

Keith Warner: „Ich kannte ihn in seinen Achtzigern vor ungefähr 15 bis 20 Jahren. Besonders nah kamen wir uns in einen Sommer. Ich wohnte in einem Häuschen am Ende seines Gartens. Er winkte mir abends zu und sagte: ‚Komm rüber zum Essen, so gegen 9 Uhr‘. Bei ihm im Haus gab es dann ein wundervolles Abendessen mit diesem unglaublich eleganten Mann, der perfekt geschnittene Maßanzüge, Hemden und sogar Krawatte trug, obwohl es fast 38 Grad waren.

Und dann redete man und redete. Er wollte darüber sprechen, was auf den Bühnen jetzt gespielt wurde, was ich gesehen habe, was in London, in New York angesagt war. Aber er erzählte auch aus seinem Leben. Wahrscheinlich wie die meisten von uns. Wenn man älter wird, blickt man gern zurück. Es war ein wunderbares Potpourri von Geschichten und Anekdoten über all die Menschen, die er kannte und von sich.

Ich habe mit ihm auch über ‚Vanessa‘ gesprochen, das wollte ich schon immer. Im Laufe der Jahre versuchte ich, viele Opernhäuser von einer Aufführung zu überzeugen und Glyndebourne ist der einzige Ort, wo man verrückt genug war, und endlich zustimmte. Ich fragte ihn viele Dinge und bekam einen Eindruck davon, was ihm wichtig war und was seiner Meinung nach, wichtig für Samuel Barber gewesen wäre, der bereits verstorben war. Ich hoffe wirklich – weil ich Gian Carlo kannte -, dass ich ihm mit meiner Inszenierung gerecht werde und er sie gut finden würde.“

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